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"1968" an der Schule?

Die Schülerbewegung der sechziger Jahre und der Wandel der Schule in Westdeutschland


„Zensurensystem abschaffen!“ „Schule den Schülern!“ „Schüler aller Klassen vereinigt euch!“ Solche Forderungen wurden Ende der 1960er Jahre von Schülerinnen und Schülern vorgebracht, die sich auf unterschiedliche Weise für eine neue Schule einsetzten. Durch Veröffentlichungen und Protestaktionen machten sie ihrem Unmut über eine Schule Luft, die ihrer Ansicht nach zu Anpassung, Leistungsdruck und weltferner Paukerei erziehe. Mit ihrer Kritik gingen sie aber auch weit über die Institution hinaus und bezogen gesamtgesellschaftlich Stellung.


Inhalt

Die „Schülerbewegung“ der sechziger Jahre ist ein besonders eindrückliches Beispiel dafür, wie Jugendliche sich organisierten, engagierten und politisierten. Im Schülerlabor untersuchen wir den Einfluss von „1968“ auf die Schule als Institution und auf die damaligen Schülerinnen und Schüler: Wie beteiligten sie sich an den Protesten und in welcher Beziehung standen sie zur Studentenbewegung? Wofür setzten sie sich konkret ein, welche Ziele verfolgten sie durch ihre Protestaktionen und wie wirkten diese sich auf die Entwicklung der Schule in den 1970er Jahren aus? Und: Welche Bedeutung hatten die Schülerproteste für den Wandel der westdeutschen Schule?
Diesen und weiteren Fragen nähern wir uns im Projekt anhand zeitgenössischer Quellen: Materialien aus der Feder von Schülerinnen und Schülern selbst, Berichten in Zeitungen und Zeitschriften, behördlichen Akten und zeitgenössischen pädagogischen Stellungnahmen. Die heutigen Schülerinnen und Schüler kommen dadurch nicht nur mit einem aktuellen bildungsgeschichtlichen Forschungsfeld in Kontakt, sondern werden zugleich in die Methodik bildungshistorischen Arbeitens eingeführt und lernen Chancen und Schwierigkeiten der Arbeit mit historischen Quellen praktisch kennen. Über den jugend- und schulgeschichtlichen Zugang wollen wir zudem für gesellschaftsgeschichtliche Fragen und Arbeitsweisen insgesamt begeistern und auch zu einem verfremdenden Blick auf die Schule heute beitragen.
Ein Projekt der Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft, Lehrstuhl für Sozialgeschichte des Aufwachsens und der Erziehung, Sandra Wenk und Laura Martena, unter Mitarbeit von Caroline Kraft.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
  • Schulfächer:
    • Geschichte , Politik , Pädagogik , Sozialwissenschaften
  • kann in Gruppen bis zu 30 Personen stattfinden.
  • findet von 9.30 bis ca. 15.30 Uhr statt.
  • ist ohne Kostenbeteiligung.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).