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An der Schwelle zur Neuzeit

Liebe und Dichtung bei Petrarca


Wenn wir im Radio Songs über verlorene, vergangene oder nicht vergessene Liebe hören, dann steht dabei immer ein „Ich“, ein denkendes und fühlendes Subjekt, im Mittelpunkt. Aber diese Ich-Bezogenheit ist keineswegs selbstverständlich. Erst in der Neuzeit beginnt der europäische Mensch, sich über ein höchst persönliches Gefühl wie die Liebe selbst begreifen zu wollen.


Inhalt

Der italienische Dichter Francesco Petrarca hat sich bereits im 14. Jahrhundert sehr intensiv mit seinem Ich, seiner Dichtung und seinen Liebesproblemen auseinandergesetzt, indem er im Gedichtzyklus Canzoniere seine gesamte Liebesgeschichte chronologisch dokumentierte. Nach der lange dauernden Zeit des „dunklen“ Mittelalters, in der Liebe in erster Linie Liebe zu Gott bedeutete, war das eine kleine Revolution. Durch sein dichterisches Schaffen und sein Weltverständnis wurde Petrarca zum Begründer der literarischen Neuzeit, die ein neues nachmittelalterliches Verständnis von Dichtung propagiert.
Im Schülerlabor setzen sich die Schülerinnen und Schüler dialogisch und interaktiv mit Originaltexten aus Petrarcas Canzoniere und ausgewählter Forschungsliteratur auseinander. Sie erhalten dabei einen Einblick in das philologische Arbeiten und in die Zusammenhänge zwischen Epochenstrukturen und konkreten kulturellen Äußerungen.
Petrarcas Werk ist sowohl inhaltlich als auch formal für einen exemplarischen Einstieg in das Italienischstudium hervorragend geeignet. Mit dem Canzoniere wird dabei auch an die Vorgaben des Kernlehrplans Italienisch für die Sekundarstufe II angeknüpft. Über das Grundthema des Canzoniere, die Liebe zu Laura, ergibt sich außerdem ein konkreter lebensweltlicher Bezug, der für die Schüler und Schülerinnen einen motivatorischen Anreiz darstellt.

Ein Projekt der Fakultät für Philologie, Fachbereich Romanistik, Italienische Literatur, Prof. Dr. David Nelting und Rosemary Snelling (M.Ed.).

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
  • Schulfächer:
    • Italienisch
  • kann in Gruppen mit bis zu 30 Personen stattfinden.
  • dauert von 9 bis ca. 15 Uhr (inkl. Mittagspause).
  • ist ohne Kostenbeteiligung.
  • erfordert fortgeschrittene Italienisch-Kenntnisse.
  • wird bilingual vom Typ B angeboten, d.h.
    erfordert fortgeschrittene Kenntnisse in der Fremdsprache, da zwischen Deutsch und/oder der Fremdsprache als "Verkehrssprache" gewählt wird.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).