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Auf der Suche nach dem dritten Auge

Symbolische Ausdrucksformen in den Religionen der Welt


„Wenn man nur mit den Augen im Kopf sieht, bleibt man weitgehend blind.“ Dieses Zitat der Religionspädagogin Maria Kassel legt nahe, dass es ein weiteres Sehorgan geben muss, eine Art drittes Auge, mit dem man „hinter die Alltagsgestalten dieser Welt“ (Hubertus Halbfas) blicken, mit dem man mehr sehen kann. Wo befindet sich aber dieses dritte Auge? Was genau kann man damit sehen und wie kann man diesen Sehsinn entwickeln bzw. schärfen?


Inhalt

Das dritte Auge ist ein „Organ“, welches sensibel für symbolische Ausdrucksformen ist, wie sie etwa in religiösen Texten, Mythen, Märchen, Legenden und Träumen zu finden sind. Es hilft, diese zu erschließen und ihre Bedeutung für den heutigen Menschen aufzuzeigen. Die Entwicklung eines Symbolsinns ist daher auch die Grundlage einer religiösen Sprachlehre, die nicht mit der Vermittlung der „Grammatik“ beginnt, sondern mit einem „Einhören“ in die fremde Sprache, sodass das Sehen mit dem dritten Auge zunächst nicht über einen kognitiven, sondern einen intuitiven Zugang erfolgt. Symbole lassen sich nicht hinreichend definieren, sie wollen vielmehr erzählt, bedacht, assoziativ umrundet, gespielt, meditiert und erlebt werden (Hubertus Halbfas).
Im Schülerlabor erhalten die SchülerInnen daher zunächst selbst Gelegenheit, ihren symbolischen Sehsinn durch Umgang mit den o.g. Ausdrucksformen zu schulen. Dabei wird auf Material aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Religionen zurückgegriffen und es ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, das Eigene durch das Fremde neu zu sehen. In einem zweiten Schritt befassen wir uns mit dem dritten Auge auf einer Metaebene, wobei Positionen aus Theologie, Tiefenpsychologie und Philosophie vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden.
Das Projekt bietet curriculare Anknüpfungspunkte z.B. an den Kernlehrplan Katholische Religionslehre (Inhaltsfeld 1 „Der Mensch in christlicher Perspektive“).
Ein Projekt der Fakultät für Katholische Theologie, Lehrstuhl für Religionspädagogik und Katechetik, Prof. Dr. Bernhard Grümme, Marcin Morawski.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
  • Schulfächer:
    • Philosophie , Religion
  • kann in Gruppen bis zu 30 Personen stattfinden.
  • dauert von 9 bis ca. 14.30 Uhr.
  • ist ohne Kostenbeteiligung.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).