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Das hatte ich schon gemacht gehabt!

Doppelte Perfektbildungen: eine Form von Sprachverfall?


„Das hatte ich schon gemacht gehabt!“ – sind solche Konstruktionen regelkonform gebildet oder einfach nur „doppelt gemoppelt“ und demnach regelwidrig? In diesem Projekt erforschen wir, ob es sich bei den doppelten Perfektbildungen um ein typisches Beispiel von Sprachverfall à la Bastian Sick handelt oder ob sich die Verwendung durch Grammatikalisierungsprozesse begründen und rechtfertigen lässt.


Inhalt

Nachdem die doppelten Perfektbildungen lange Zeit keine Beachtung in der linguistischen Forschung gefunden hatten, stieg das Interesse an den Tempusformen in den 60er Jahren an und man versuchte sich an einer systematischen Einordnung des sprachlichen Phänomens. Auf der einen Seite haben die doppelten Perfektbildungen bereits in den frühneuhochdeutschen Grammatiken des 16. Jahrhunderts Erwähnung gefunden und wurden selbst von Goethe gebraucht (Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/96). Andererseits werden die Tempusformen häufig als Phänomen der gesprochenen Umgangssprache degradiert und damit als Fehler gewertet.
Das Projekt führt zunächst in die Ziele und Methoden der Sprachwissenschaft des Deutschen ein. Im Anschluss schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle eines Sprachwissenschaftlers und beschäftigen sich mit einem sprachlichen Phänomen, das aktuell Gegenstand linguistischer Diskussionen ist: den doppelten Perfektbildungen. In einer Forschergruppe verfassen die Schülerinnen und Schüler einen Artikel für eine Grammatik, wobei ihnen Material in Form von Audiodateien, Transkripten und fachwissenschaftlichen Texten zur Verfügung steht. Im Laufe des Projektes werden zudem die Kenntnisse im Bereich des deutschen Tempussystems vertieft.
Das Projekt ist im Kernlehrplan Deutsch der Sekundarstufe II im Inhaltsfeld 1 („Sprache“) verortet und zeichnet sich durch einen methodischen Schwerpunkt aus. Es ist an ein Dissertationsvorhaben geknüpft, das die Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler zur Sprachwissenschaft des Deutschen und ihre Veränderbarkeit erforscht.

Ein Projekt der Fakultät für Philologie, Germanistisches Institut, Angelina Keuschnig (M.A.).

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
      • Oberstufe: Einführungsphase
  • Schulfächer:
    • Deutsch
  • kann mit bis zu 25 Personen durchgeführt werden.
  • dauert von 9 bis ca. 13 Uhr (inkl. Mittagspause).
  • ist ohne Kostenbeteiligung.
  • Termine nach Vereinbarung (ab dem 1.3.17).

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).