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Konflikt und Versöhnung

Einblicke in die theologische Friedensforschung am Beispiel Ruanda


Konflikte gehören zu unserem Alltag. Ob in der Familie, mit Freunden oder Lehrern – keiner wird behaupten können, noch nie einen Streit ausgefochten zu haben. Ein Konflikt kann sehr schnell ausbrechen und ist verbunden mit Aggression, Beleidigung oder gar Gewalt zwischen den verfeindeten Parteien. Wie findet man angesichts solcher Verletzungen wieder zusammen? Kann das Leben weitergehen mit dem anderen, und wenn ja, wie?


Inhalt

Konflikte können nicht nur zwischen einzelnen Menschen sondern auch zwischen ganzen Gruppen entstehen, seien es Nationen, Ethnien, Religionen oder Territorien. Vor allem angesichts der großen gesellschaftlichen Konflikte des 20. Jahrhunderts ist die Frage, wie Konflikte entstehen und wie „gerechter Friede“ herzustellen ist, auch in der Forschung von großer Bedeutung. Der Workshop widmet sich dem jungen Forschungsbereich der Friedensforschung und fragt aus theologischer Perspektive nach Voraussetzungen und Möglichkeiten der Versöhnung.
Dazu schlüpfen die SchülerInnen selbst in die Rolle von FriedensforscherInnen. Auf der Basis verschiedener Modelle zur Entstehung von Konflikten und mit Hilfe philosophischer und sozialpsychologischer Erkenntnisse werden eigene Modelle zur Herstellung von Frieden und Versöhnung auf individueller und kollektiver Ebene entwickelt. Am Fallbeispiel Ruandas, das 23 Jahre nach dem grausamen Genozid an Tutsi und gemäßigten Hutu zahlreiche Versöhnungspolitiken und –projekte ins Leben gerufen hat, befra-gen wir die Modelle auf ihre Plausibilität. Dabei rückt die theologische Perspektive auf Versöhnung verstärkt in den Fokus, indem die Friedensarbeit der Kirchen vor Ort vorgestellt und diskutiert wird.
Am Beispiel der Geschichte eines uns weitgehend fremden Landes erlernen die SchülerInnen moderne theologische Forschungsmethoden und grundlegende Differenzierungen (Schuld, Reue, Versöhnung, Vergebung, Koexistenz, Strafe, Rache, Erinnerung etc.). So erlangen sie einen ersten Einblick in einen für die Zukunft eines gemeinsamen, würdevollen Lebens unabdingbaren interdisziplinären Forschungsbereich.
Das Projekt bietet curriculare Anknüpfungsmöglichkeiten für die Fächer Religion (IF 5 „Verantwortliches Handeln aus christlicher Motivation“) und Philosophie (IF 5 „Zusammenleben in Staat und Gesellschaft“).

Ein Projekt der Evangelisch-Theologischen Fakultät, Christliche Gesellschaftslehre, Maximilian Schell.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
  • Schulfächer:
    • Philosophie , Religion
  • kann mit bis zu 30 Personen durchgeführt werden.
  • dauert von 9 bis ca. 15 Uhr (inkl. Mittagspause).
  • ist ohne Kostenbeteiligung.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).