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Münze und Macht

Eine Währungsunion bei den "Alten Griechen"?


Krisengeplagte „Euro-Länder“ wie Griechenland sind als Inbegriff Europas in jüngerer Zeit in die politische Diskussion geraten. Die modernen Hellenen werden zwar als „Wiege des Abendlandes“ gerühmt – aber verstehen sie auch etwas von Finanzwirtschaft? Erstaunlicherweise gab es offenbar bereits im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. eine Art antike „Währungsunion“, initiiert von Korinth. Im Schülerlabor erforschen wir dieses wissenschaftlich umstrittene historische Phänomen anhand von echten antiken Münzen und ausgewähltem Quellenmaterial.


Inhalt

Das antike Hellas bestand nicht nur aus Athen und Sparta; eine bedeutende Mittelmacht war Korinth, eine geostrategisch zentral gelegene Hafen- und Handelsstadt, die seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. zahlreiche Tochterstädte gegründet hatte, vornehmlich im Adria-Raum. Mit diesen ‚Kolonien’ pflegte die Mutterstadt vielfältige Beziehungen kultischer, politischer und wirtschaftlicher Art, die aber nicht konfliktfrei waren. Aus Spannungen zwischen Korinth und Kerkyra (heute: Korfu) entwickelte sich der Anlass für den Großen Peloponnesischen Krieg (432-403 v. Chr.).
Über die wirtschaftlichen Vernetzungen erhält der Historiker aus Münzen Auskunft. So prägte Korinth seit dem 6. Jh. v. Chr. eigenes Münzgeld. Aber auch seine Tochterstädte und viele weitere Städte im östlichen Mittelgriechenland gaben früher oder später Münzgeld heraus und orientierten sich dabei eng am Vorbild der Mutterstadt. Obgleich dies in mehrfacher Hinsicht sehr ungewöhnlich ist, haben sich Forscher damit bisher nicht intensiv beschäftigt – Münzunionen wie die des Euro-Raumes galten bis vor wenigen Jahren als ein Phänomen der Neuzeit. Im Schülerlabor gehen wir der aktuellen Forschungsfrage nach, ob es tatsächlich eine Korinthische Währungsunion gab und welchen Bezug unsere Ergebnisse zur Gegenwart haben. Da die wirtschaftliche und politische Union Europas auch in der nächsten Zeit ein spannendes Thema und als solches im Fokus des öffentlichen Interesses bleiben wird, bietet sich die Auseinandersetzung mit der antiken Parallele an, um die SchülerInnen zum Nachdenken über politische und wirtschaftliche Strukturen vergangener und moderner Lebenswelten anzuregen.

Ein Projekt der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Historisches Institut, Alte Geschichte und Didaktik der Geschichte,
Prof. Dr. Linda-Marie Günther und Prof. Dr. Nicola Brauch.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
  • Schulfächer:
    • Geschichte , Griechisch , Sozialwissenschaften
  • kann in Gruppen bis zu 25 Personen stattfinden.
  • findet von 9 bis ca. 16 Uhr statt.
  • Momentan sind für dieses Projekt keine Termine verfügbar.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).