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Lernen aus Fehlern: (Wie) geht das?

Durch Fehler zu einem besseren Verständnis – z.B. im Mathematikunterricht


Fehler zu machen ist nicht nur menschlich, sondern auch lernförderlich! Eine positive Fehlerkultur wird jedoch an vielen Lernorten noch nicht hinreichend praktiziert. Innovative Instruktionsansätze implementieren produktives Scheitern („Productive Failure“) mit dem Ziel, Schüler*innen dabei zu unterstützen, ein besseres Verständnis neuer Inhalte zu erlangen. Nicht nur der Umgang mit eigenen Fehlern und Wissenslücken kann dabei hilfreich sein, sondern ebenfalls die Betrachtung von Fehlern anderer Schüler*innen.


Inhalt

Insbesondere in MINT-Fächern existiert oft eine klare Definition „richtiger“ und „falscher“ Lösungen. Vor allem bei der Erarbeitung neuer Lerninhalte kommt es jedoch häufig zu Fehlern. Wie können uns diese helfen, ein gut strukturiertes Verständnis neuer Inhalte zu erlangen? Hier eignet sich der Instruktionsansatz „Productive Failure“, der Schüler*innen dazu ermutigt, sich mit neuen Inhalten eigenständig auseinanderzusetzen, Fehler zu machen und sie als produktive Grundlage zum Aufbau eines besseren Verständnisses der Lerninhalte zu nutzen. Im Schülerlabor erhalten die Schüler*innen einen Einblick in aktuelle Ansätze und Strategien zum Lernen aus Fehlern. Dabei werden lernförderliche Prozesse zum produktiven Umgang mit Fehlern aufgezeigt und Strategien zur praktischen Anwendung beim Problemlösen abgeleitet. Kern des Projekts ist die praktische Erfahrung einer „Productive Failure“-Einheit anhand eines Beispiels aus dem Mathematikunterricht. Zunächst setzen sich die Schüler*innen selbstständig mit einem unbekannten mathematischen Problem auseinander. Sie nehmen dafür die Rolle kritischer Beobachter*innen ein, die fehlerhafte Lösungsversuche von Schüler*innen in Videos betrachten und reflektieren. Die gesehenen Fehler werden gemeinsam besprochen und die Schüler*innen erhalten eine Instruktion zur korrekten Lösung des mathematischen Problems. Abschließend wird die Erfahrung des „Productive Failure“ gemeinsam reflektiert und zentrale lernförderliche Prozesse besprochen, um mögliche Anwendungen im schulischen Kontext und in alltäglichen Problemlösesituationen abzuleiten.
Das Projekt dient dem Einblick in aktuelle Forschung im Bereich der Erziehungswissenschaft, fördert Methoden- und Problemlösekompetenzen der Schüler*innen und beinhaltet die Vorbereitung auf einen abiturrelevanten Themenbereich des Fachs Mathematik.
Ein Projekt der Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft, Pädagogische Psychologie und Bildungstechnologie in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg; Charleen Brand, Jun-Prof. Katharina Loibl, Prof. Dr. Nikol Rummel, gefördert durch die DFG.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
      • Oberstufe: Einführungsphase
  • Schulfächer:
    • Mathematik , Pädagogik
  • kann in Gruppen bis zu 30 Personen stattfinden.
  • dauert von 9 bis ca. 14 Uhr, Termine nach Vereinbarung.
  • ist ohne Kostenbeteiligung.
  • Das Thema "Standardabweichung" sollte vor der Veranstaltung noch nicht im Mathematikunterricht besprochen worden sein.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).