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Schmelztiegel Ruhrbergbau!?

Migration und Integration türkischer „Gastarbeiter" mit Oral History-Interviews erforschen


Der Ausdruck „Schmelztiegel“ wird gerne verwendet, um die Zuwanderung in das Ruhrgebiet und vor allem in den dortigen Bergbau zu beschreiben. In der historischen Forschung ist diese Metapher jedoch umstritten. Gelang die Integration von Zuwanderern in die Industrie des Bergbaus und dessen regionale Gesellschaft tatsächlich besonders schnell und erfolgreich, wie die Metapher suggeriert? Im Schülerlabor gehen wir dieser Frage mit Hilfe von Zeitzeugen-Interviews mit ehemaligen Beschäftigten aus dem Bergbau nach.


Inhalt

Das Thema Migration und Integration wird exemplarisch an der Situation türkischer „Gastarbeiter“ im Ruhrbergbau nach 1961 betrachtet. Dazu verschaffen wir uns zunächst einen Überblick über die Anwerbung und Arbeitsbedingungen sogenannter „Gastarbeiter“ und lernen verschiedene Dimensionen von Integration kennen. Danach erhalten die Schüler*innen eine Einführung in die Methode der „Oral History“ und die Merkmale von Zeitzeugen am Beispiel des Projektes „Menschen im Bergbau“. Im Mittelpunkt des Schülerlabors steht dann die methodengeleitete Arbeit mit ausgewählten Zeitzeugen-Interviews auf der digitalen Lernplattform MiBLabor. Ehemalige Beschäftigte aus dem Ruhrbergbau äußern sich in den Interviews dazu, inwiefern die Integration türkischer „Gastarbeiter“ im Ruhrgebiet gelang. Die kritische Auseinandersetzung mit den Interviews ermöglicht den Schüler*innen am Ende, die Frage nach dem „Gelingen“ der Integration zu erörtern.
Das Projekt bietet curriculare Anknüpfungspunkte z.B. für IF 12 „Neuordnung der Welt und Situation Deutschlands“ (KLP Geschichte Sek. I) oder IF 1 „Erfahrungen mit Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive“ (KLP Geschichte Sek. II) und fördert, dem Medienkompetenzrahmen NRW folgend, die Nutzung von und kritische Auseinandersetzung mit Medienangeboten.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes werden die Fähigkeiten der Schüler*innen zum kritisch-reflektierten Umgang mit OH-Interviews untersucht sowie Daten zum Relevanzempfinden, dem Interesse und dem themenspezifischen Wissen der Lernenden im Fach Geschichte erhoben.

Ein Projekt der Fakultät für Geschichtswissenschaften, Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte, Dr. Marcel Mierwald.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Mittelstufe , Oberstufe
      • Mittelstufe: Klasse 9 , Klasse 10
  • Schulfächer:
    • Geschichte , Politik , Sozialwissenschaften
  • kann in Gruppen bis zu 30 Personen stattfinden.
  • dauert von 9 bis ca. 15 Uhr (Präsenzversion) bzw. von 8.15 bis ca. 13 Uhr (Digitalversion), Termine nach Vereinbarung.
  • ist ohne Kostenbeteiligung.
  • Das Projekt findet wahlweise im Schülerlabor oder online im Rahmen einer Webkonferenz statt.
  • Für die Teilnahme an der Digitalversion benötigen die Schüler*innen einen Laptop/PC mit Webcam und kompatiblen Kopfhörern, sowie eine gute Internetverbindung.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).