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Monster und Grenzen in (vor)modernen Welten

Von fremden Kulturen lernen

Monster und Grenzen


© Hartmann Schedel: Weltchronik

Wilde, Kannibalen, Monster am Rand der Welt – mittelalterliche Karten und Erzählungen zeigen eine Welt, die uns auf den ersten Blick fremd erscheint. Doch was verraten diese Darstellungen über den Umgang mit dem „Anderen“? Und was können wir aus historischen Weltbildern für unsere heutige, von Diversität geprägte Gesellschaft lernen? Im Schülerlabor begeben sich die Schüler*innen auf eine Reise durch mittelalterliche Weltkarten, literarische Texte und filmische Umsetzungen historischer Stoffe. Sie entdecken, wie Fremdheit konstruiert wird, welche Funktionen „Monster“ erfüllen und wie Vorstellungen vom Eigenen und vom Anderen entstehen. Dabei wird deutlich: Mittelalterliche Texte denken Differenz oft überraschend vielschichtig – jenseits einfacher Gegensätze von gut und böse.

Inhalt

Das Projekt verbindet historische Analyse mit aktuellen Fragestellungen. Anhand von Faksimiles mittelalterlicher Karten, literarischen Textauszügen (z.B. aus dem „Herzog Ernst“) und ausgewählten Filmszenen lernen die Schüler*innen grundlegende geisteswissenschaftliche Methoden kennen und wenden diese eigenständig an. In kreativen Arbeitsphasen – etwa beim Entwerfen eigener „Monster“ oder in kurzen Rollenspielen – reflektieren sie, wie Bilder vom Fremden entstehen, welche Gruppen sichtbar oder marginalisiert werden und welche Machtstrukturen dahinterstehen. Im Transfer zur Gegenwart diskutieren die Schüler*innen, wo uns heute „Monster“ begegnen – in Literatur, Film, Gaming oder medialen Debatten – und wie Vorstellungen von Fremdheit mit gesellschaftlichen Ängsten, Normen und Identitätsfragen verknüpft sind. So verbindet das Projekt literarisches Lernen mit historischer Perspektivierung und fördert kritisches Denken, Empathie sowie interkulturelle Kompetenz.
Das Projekt bietet Anknüpfungsmöglichkeiten an den Kernlehrplan der Jahrgangsstufen 7 und 8 in den Fächern Deutsch und Geschichte.

Ein Projekt der Fakultät für Philologie, Germanistische Mediävistik; Prof. Dr. Bernd Bastert, Dr. Anika Meißner, Dr. Nina Scheibel-Drissen.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schüler*innen der
    • Mittelstufe
      Unterstufe: Klasse 7
      Mittelstufe: Klasse 8
  • Schulfächer:
    • Deutsch , Geschichte
  • kann in Gruppen bis zu 30 Personen stattfinden.
  • dauert ca. 6 Zeitstunden (inkl. Mittagspause).
  • ist ohne Kostenbeteiligung.
  • Mögliche Termine: 10.07.26, 15.09.26.

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).

Förderung

Dieses Projekt wird im Rahmen des Ideenwettbewerbs 2025 durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung gefördert.

AKS-Ausschreibung Ideenwettbewerb 2025