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Hermann der Cherusker - ein deutscher Held?

Darstellung und Rezeption historischer Ereignisse im (Spiel-)Film


Mit dem Einsetzen des Filmzeitalters vor etwa 100 Jahren begann auch die filmische Darstellung historischer Ereignisse – die Lust, Geschichte zu re-inszenieren und Vergangenes in bewegten Bildern zu vergegenwärtigen. Besonders Ereignisse, über die uns nur wenige historische Quellen berichten, lassen dabei einen großen Spielraum für historische Imagination und Neuerzählung. Am Beispiel der „Varusschlacht“ (9 n. Chr.) und dem daraus resultierenden Kult um Arminius/Hermann untersuchen wir Deutungsangebote für und Wirkung von Geschichtsfilmen auf den Zuschauer.


Inhalt

Darstellungen in Geschichtsfilmen verraten weit mehr über die Zeit, in der sie entstehen, als über die historischen Ereignisse, die sie thematisieren. Geht man davon aus, dass Geschichtsfilme als geschichtskulturelle Zeugnisse zu begreifen sind, die identitätsstiftende Funktion haben, dann ist eine kritische Auseinandersetzung mit ihnen geradezu notwendig. Im Schülerlabor gilt es zu untersuchen, welches Hermann-Bild uns Spiel- und Dokumentarfilme heute vermitteln und wie sie die Suche nach nationalen Identitäten beeinflusst haben und nach wie vor beeinflussen.
Dazu analysieren wir drei Verfilmungen des Stoffes, die das Ereignis auf ganz unterschiedliche Weise erzählen: Den Stummfilm „Die Hermannschlacht“ von Leo König, der 1924 im Kontext der französischen Besatzung des Ruhrgebiets veröffentlicht wurde, die ironisierende Persiflage „Die Hermannsschlacht“ aus dem Jahr 1995 sowie den zum 2000jährigen Jubiläum der Varusschlacht erschienenen Dokumentarfilm „Kampf um Germanien“ von Christian Twente. Alle drei Filme wählen verschiedene Zugänge und Inszenierungsformen, um ihre Sicht auf das Ereignis zu vermitteln.
Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler für die Gegenwart der Geschichte zu sensibilisieren, sie auf die aktive Teilhabe an der Geschichtskultur vorzubereiten und ihnen methodische Hilfen an die Hand zu geben, mit denen sie filmische Geschichtsdarstellungen kritisch befragen und de-konstruieren können. Neben diesem kompetenzorientierten Ansatz lässt sich das Projekt in den Inhaltsfeldern 1 („Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive“) und 6 („Nationalismus, Nationalstaat und deutsche Identität im 19. und 20. Jahrhundert“) im Kernlehrplan Geschichte der Sekundarstufe II verankern.
Eine Veranstaltung der Fakultät für Geschichte, Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, Dirk Urbach, Lena Behrendt, Irini Christou, Laura Dickhut, Franziska Hennig, Ann-Kathrin Mosler-Hoffmann, Jannis Seuthe.

Organisatorisches

Dieses Projekt

  • richtet sich an Schülerinnen und Schüler der
    • Oberstufe
  • Schulfächer:
    • Geschichte
  • kann mit bis zu 30 Personen durchgeführt werden
  • dauert von 9 bis ca. 15.30 Uhr (inkl. Mittagspause)
  • ist ohne Kostenbeteiligung

Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).