Ein großer Teil der Weltbevölkerung ist heutzutage zwei- oder sogar mehrsprachig. Manche Menschen wachsen in einer bilingualen Umgebung auf, andere wiederum erwerben weitere Sprachen erst in der Schule. Doch wie erleben Schüler*innen ihre eigene Mehrsprachigkeit? Wie gelingt es ihnen, die eine Sprache zum richtigen Zeitpunkt zu aktivieren und die andere „auszuschalten“? Und wird die nicht-relevante Sprache wirklich komplett ausgeschaltet oder nur in einen Standby-Modus versetzt? Haben mehrsprachige Lernende Vorteile im Fremdsprachenunterricht?
Dieser Workshop verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen die Schüler*innen zur bewussten Wahrnehmung und Reflexion über ihre Mehrsprachigkeit gebracht werden. Dies erfolgt unter anderem mithilfe des sog. Sprachenporträts (auch als Sprachmännchen bekannt), welches zur Vorstellungsrunde von den Schüler*innen angefertigt wird. Zum anderen werden den Schüler*innen verschiedene Wege aufgezeigt, wie sie ihre (Herkunfts-)Sprachen als Ressource und Bereicherung und nicht als Last erleben sowie in der Schule nutzen können. Zu diesem Zweck wird die sog. Interkomprehension-Methode verwendet. Die Schüler*innen analysieren sprachliche Daten in ihnen bisher unbekannten Sprachen in unterschiedlichen Formaten (Texte, Videos, Songs) und versuchen, sie anhand ihres Sprachenrepertoires zu verstehen.
Zur Schüler*innen-Aktivierung und Motivationssteigerung gibt es außerdem kooperative und kreative Aufgabenformate, die die eigene Sprachbewusstheit sowie die Wertschätzung von Mehrsprachigkeit fördern. So können die Schüler*innen beispielsweise ein gemeinsames Plakat erstellen, auf dem sie die in der Gruppe vertretenen Sprachen, deren Einsatz im Alltag sowie typische Wörter oder Sätze mit Übersetzungen visualisieren. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Sprachen herausgearbeitet und für die gesamte Lerngruppe verständlich gemacht.
Das Projekt bietet Anknüpfungspunkte an den Kernlehrplan unter anderem für den Deutschunterricht der Sek. I (Inhaltsfeld 1: Sprache/Innere und äußere Mehrsprachigkeit) und ist auch für DaF-Kurse geeignet.
Ein Projekt der Fakultät für Philologie, Seminar für Slavistik/Lotman-Institut für Russische Kultur; Bastian Fuchs, Eveline Fuchs, Diana Minich, Marija Terskich.
Dieses Projekt
Bei Fragen zu diesem Projekt wenden Sie sich bitte an den Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors
(Tel.: 0234 / 32 24723, @: schuelerlabor-gg@rub.de).